Jedes Projekt beginnt mit einer Idee oder einem Wunsch. In der Petrigemeinde kam beides gleichzeitig. Eine große Konzertorgel, welche ausreichend ist, um den großen Kirchensaal mit Orgelmusik zu füllen.

Die kleine Orgel der Firma Steinmann wurde 1997/1998 nach dem Umbauabschluss im Kirchensaal installiert. Sie ist ein Geschenk der Herforder Hochschule für Kirchenmusik.

2009 begannen der damalige Kirchenvorstand zusammen mit den Musikern der Petrigemeinde aktiv mit der Suche nach einer passenden Orgel. Das erste Angebot kam Ende des Jahres 2009 von der Budapester Franz-Liszt-Musikakademie. Die angebotene Orgel hatte eine Höhe von 12 m. Somit passte sie nicht auf die Orgelgalerie. 

Der nächste Vorschlag kam 2011 aus Hamburg-Eppendorf. Dieses Angebot wurde mehrmals im Kirchenvorstand besprochen, aber letztendlich verworfen, da die Orgel eine Eckform hatte und der Umbau für die Petrikirche zu kostspielig gewesen wäre.

Auch weiterführende Briefwechsel mit der Firma Ladach, Vertrieb gebrauchter Orgeln in Deutschland, brachten leider keinen Erfolg.

2012 machte die auf Osteuropa spezialisierte Orgelbaufirma G. Schmid aus Kaufbeuren ein interessantes Angebot: eine in Innsbruck installierte Walcker-Orgel. Bei späteren Verhandlungen stellte sich heraus, dass die Orgel das Land Österreich nicht verlassen darf.

Der Wunsch nach einer großen Orgel blieb trotz aller Rückschläge und so ließ der Kirchenvorstand nichts unversucht.

2013 bekam die Petrigemeinde ein verlockendes Angebot aus Stockholm von der dortigen evangelisch-deutschen Gemeinde. Im darauffolgenden Jahr trafen sich die Kirchenmusiker Michael Dierks (St. Gertruds Kirche/ Stockholm) und Sergej Silaevski (Petrikirche/ St.Petersburg) zu ersten Gesprächen. Schnell stand fest: Die Willi-Peter-Orgel ist genau das richtige Instrument für die große Petrikirche. 2015 suchte die Petrigemeinde nach Möglichkeiten, wie man die Orgelgalerie entsprechend umbauen könnte. Es erwies sich von Vorteil, dass der Kirchenvorstand gute Kontakte hatte. Die St.Petersburger Firma „Beskit“ spendete den theoretischen Teil des Umbauprojektes. Um auch die Umbauarbeiten bezahlen zu können, führte die Petrigemeinde verschiedene Veranstaltungen durch, um Spendengelder zu sammeln. Unter anderem hatte der Kantor Sergej Silaevski einen Gastauftritt in Hannover. Zeitgleich fuhr ein Orgelsachverständiger, der von der Nordkirche Deutschland beauftragt wurde, nach Stockholm und nach St.Petersburg, um die Orgel und den Kirchensaal in der Petrikirche zu begutachten. Nach seiner positiven Expertise hatte im Frühjahr 2016 der Kirchenvorstand die Frage zu beantworten: Wollen wir alles dafür unternehmen, damit die Willi-Peter-Orgel nach St.Petersburg kommt? Der einstimmige Beschluss war: JA!

Sogleich begann jeder mit den von ihm übernommenen Aufgaben. Es wurden Spendenbroschüren in verschiedenen Sprachen gedruckt und verteilt, erste Vertragsentwürfe erstellt, eine geeignete Orgelbaufirma für den Ab- und Aufbau gesucht, Anfragen an Logistikunternehmen gestellt und der Auftrag zum Umbau der Orgelgalerie erteilt. Im Herbst 2016 wurde der Vertrag zum Erwerb der Orgel unterzeichnet; der Orgelabbau erfolgte im November 2016 und der Transport in das St.Petersburger Lager geschah im Februar 2017. Von Januar bis April 2017 verlief der Umbau der Orgelgalerie in ihr heutiges Aussehen. Ende April begann die Orgelbaufirma Beckerath aus Hamburg mit dem Aufbau der Orgel, welche sechs Wochen andauerten. Nach der erfolgreichen Intonierung übergaben die Orgelbauer die Willi-Peter-Orgel der Petrigemeinde. Die Orgel erklang im Gottesdienst zum ersten Mal in der Petrikirche am 04. Juni 2017. Die feierliche Eröffnung mit allen Spendern und Ehrengästen war am 28. September 2017. 

Ein herzliches Dankeschön sagen wir allen, die an diesem großartigen und wunderbaren Projekt mitgewirkt haben!