Das Orgelprojekt

Helfen Sie uns, der Petrikirche wieder eine angemessene Orgel zu geben!

Die Petrikirche in St. Petersburg wurde 1833 als größte lutherische Kirche in der Hauptstadt des russischen Reichs geplant. Ihr gewaltiger Bau mit 3000 Plätzen zeugte von der Bedeutung der deutschen Lutheraner in Russland. Ihre Orgel entsprach der Größe: Die Firma Walcker, eine der wichtigsten deutschen Orgelbaufirmen, errichtete das moderne Instrument mit über 40 Registern ab 1840.

Die Orgel erklang zum Lob Gottes, bis die Kirche 1937 von den sowjetischen Behörden geschlossen wurde. Die Orgel wurde abgebaut und ging verloren. Die Kirche wurde 1963 in ein Schwimmbad umgebaut. Der Missbrauch dauerte bis 1993 - in diesem Jahr wurde die Petrikirche wieder dem gottesdienstlichen Gebrauch übergeben. Auch eine Orgel kam wieder hinein - ein Geschenk von deutschen Freunden der Petrikirche. Wir freuen uns an dieser kleinen Orgel, aber den großen Raum füllt sie nicht aus - wir wollen nun wieder eine große Orgel, die dem Raum angemessen ist. Bitte helfen Sie uns beim Ankauf einer gebrauchten Orgel, die allen Besuchern der Petrikirche Gottes Lob nahe bringt und ein reges Konzertleben ermöglicht. So kann deutsche Musikkultur wieder zum wichtigen Teil des Petersburger Klangs werden.

Wie Sie uns helfen oder für die neue Orgel spenden können, erfahren Sie beim Pastor

pfarrer.schwarzkopf@web.de oder im Gemeindebüro: kanzlei@petrikirche.ru

Geschichte der Petrikirche

Die erste lutherische Kirche in St. Petersburg wurde 1704 auf der Peter-und-Pauls-Festung errichtet. Sie war für die in der Festung dienenden ausländischen Militärs evangelischen Glaubens bestimmt. Gleichzeitig bildete sich eine Gruppe evangelischer Christen am anderen, linken Newa-Ufer im Hause der russischen Flotte. Die hier entstandene Gemeinde war multinational, aber die größte Gruppe bildeten Deutsche lutherischen Bekenntnisses. Diesen schenkte der Vize-Admiral eine Holzkapelle in seinem Hof. Seit dieser Zeit kann man von einer selbstständigen Existenz der Gemeinde, die später den Namen St.Petri-Gemeinde erhielt, sprechen.
Peter II. schenkte der Gemeinde durch seinen Erlass vom 27. Dezember 1727 ein Grundstück an der „Newskaja Perschpektiwa“ (dem heutigen Newskij Prospekt), wo eine Kirche, eine Kirchenschule und ein Pastorat errichtet werden sollten. Die Baupläne hatte der Patron der Gemeinde, Graf Münnich, erarbeitet. Der Grundstein der neuen Kirche wurde am 29. Juni 1728, dem Gedenktag der heiligen Apostel Peter und Paul gelegt. Pastor Nazzius weihte die Kirche am 14. Juni 1730 auf deren Namen.
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts war das Gebäude der Petrikirche stark baufällig und für die gewachsene Gemeinde zu klein geworden. Die alte Kirche aus dem 18. Jahrhundert wurde 1833 abgerissen.
Im Mai 1833 wurde auf einer der Sitzungen des Kirchenrates der Entwurf von Alexander Brüllow angenommen, der aus einem öffentlichen ausgeschriebenen Wettbewerb als Sieger hervorgegangen war. Am 21. August 1833 wurde der Grundstein der neuen Petrikirche gelegt. Die Bauarbeiten dauerten 5 Jahre.
Am Reformationstag 1838, dem 31. Oktober, wurde das bis heute am Newskij-Prospekt 22-24 stehende Gebäude eingeweiht. Das Meisterwerk von Alexander Brüllow, das die Formen einer romanischen Basilika mit den Elementen der russischen Klassizismus harmonisch verbindet, war und ist bis heute die größte lutherische Kirche Russlands. Unter vielen Kunstschätzen, die die Perikirche schmückten, waren zwei Altarbilder besonders wertvoll: das Gemälde von Holbein d.J. „Jesus mit dem ungläubigen Thomas und seinen Jüngern“, das der Gemeinde 1707 von dem Hofmaler Joh. Fr. Groth geschenkt wurde, und das große Gemälde “Christus am Kreuze” des berühmten russischen Malers Karl Brüllow.
In den Jahren 1895 bis 1897 wurde der Innenraum der Kirche unter der Leitung des Architekten Maximilian Mesmacher restauriert.
Im 19. Jahrhundert wuchs die Gemeinde nicht mehr. So belief sich die Anzahl der Gemeindemitglieder der Petrigemeinde 1862 auf 17600, und 1912 – auf 15000.
Zu einer tragischen Zäsur im Leben der St.Petrigemeinde wurde die Revolution von 1917.
Sehr viele Gemeindemitglieder verließen Russland. Das Gebäude der Kirche, alle ihre Immobilien wurden verstaatlicht. In den 20-er Jahren wurden noch Gottesdienste abgehalten, aber die Repressionen für die Christen aller Konfessionen nahmen immer mehr zu. Es begannen Verfolgungen und Verhaftungen.
Als am Heiligen Abend 1937 die Gemeindemitglieder zum Gottesdienst kamen, standen sie vor verschlossenen Türen. Die Pastoren der Petrikirche Paul Reichert und sein Sohn Bruno Reichert wurden verhaftet und später, 1938, erschossen. Nachdem die Kirche geschlossen worden war, wurde die sehr wertvolle Innenausstattung der Kirche, prachtvolle Gegenstände der bildenden und angewandten Kunst, beschlagnahmt und gestohlen. Das Altarbild von Holbein d.J. wurde in die Ermitage verbracht, und “Christus am Kreuz” von K.Brüllow - in das Russische Museum. Unbekannt ist das Schicksal der hervorragenden, von der Firma Walcker gebauten Orgel.
In den 40-er und 50-er Jahren waren in der Kirche verschiedene Lager untergebracht. Dann baute man das Gebäude zu einem Schwimmbad um, welches 1962 eröffnet wurde.
Das Gebäude der Petrikirche selbst wurde „der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland und anderen Staaten“ im Juni 1993 zurückgegeben; die Petrikirche ist auch der Bischofsitz dieser Kirche.
Hier trifft sich die Deutsche Evangelisch-Lutherische St. Annen- und St. Petri-Gemeinde und feiert ihre Gottesdienste.

Literatur

  • Die St. Petri-Gemeinde. Zwei Jahrhunderte evangelischen Gemeindelebens in St. Petersburg- 1710-1910. – St. Petersburg, 1910.

Dieses Buch ist gegen eine Spende am Eingang der Kirche erhältlich.

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