Adventspredigt

Michael Schwarzkopf // 2016-12-09 // Zurück zu den aktuellen Berichten

Markus 13,1-13

2. Advent

Gottesdienst in der Petrikirche am 4.12.2016

Predigt von Propst Michael Schwarzkopf 

Liebe Schwestern und Brüder!

Wie schön ist der Advent! Schon zwei Kerzen brennen. Und unsere Petrikirche ist mit dem Stern geschmückt. Und wir schmücken sie nicht nur, sondern wir kümmern uns um die Erhaltung dieses wunderbares Gebäudes. Das ist nicht leicht, unser großes Orgelprojekt gehört dazu, die vielen Ehrenamtlichen, die daran mitarbeiten, und - das vermerken wir immer voll Dankbarkeit - die Arbeit der Kanzlei unserer Kirche.

Wenn wir vor unserer Kirche stehen, wenn wir uns darin zum Gebet versammeln, dann freuen wir uns über unsere Petrikirche. So haben sich die Menschen in Jerusalem damals auch gefreut, wenn sie zum Gebet in ihren Tempel gingen. Und die Freunde von Jesus waren dabei; sie sagen zu Jesus, dass sie sich freuen. Die Antwort erschreckt sie - und uns: Von diesem Tempel wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Voller Schrecken fragen sie: Wann wird das alles geschehen? Sie fragen, wann das geschehen wird, sie fragen nicht warum.

Aber Jesus antwortet nicht mit einer Apokalypse, wie sie im Kino zu sehen ist: Krieg und Geschrei wird es wohl geben, aber das ist nicht das Ende. Jesus beantwortet die Frage nach dem Ende der Welt anders: Überall muss das Evangelium verkündig werden. Keine Weltuntergangsstimmung, keine Katastrophe sagt uns, wann das Ende kommt. Wir sollen gar nicht auf das Ende schauen, sondern auf die Zeit die uns geschenkt ist, Gottes Wort zu verkünden.

Gewiß, wir tun das mit Gottesdiensten, Bibelstunden, Kirchenmusik. Wir nutzen die Zeit. Aber hören wir auch die Warnung Jesu? Sehr euch vor, dass euch keiner verführe. Viele werden kommen in meinem Namen und sagen: Ich bin es. Lasst euch nicht darauf ein! Brauchen wir wirklich dieses wunderschöne, große Gebäude und eine neue, große Orgel? Dient dies alles dem Wort Gottes? Hilft es unseren Mitmenschen, Gottes Nähe zu fühlen? Der Tempel in Jerusalem ist gefallen, so viele Kirchen wurden zerstört, und die Petrikirche hat schließlich auch viel gelitten. Wo hat sich der Glaube gehalten? Nicht in den Gebäuden, sondern in den Herzen der Menschen. 

Gottes Ziel und unsere Kirche, sie sollen zusammen gehen. Wir erhalten die Petrikirche, weil wir diese Verbindung immer neu schaffen. Aber der Glaube, unsere Verbindung mit Gott ist immer das Wichtigste, wichtiger als alle Sorgen um Gebäude und Orgel. Denn vom gläubigen Menschen hat Jesus gesagt, was Generationen von Menschen in schwerer Zeit erfahren haben: Wer bis zum Ende im Glauben bleibt, der wird selig. Amen.

Markus