Predigt: Peter und Paul

Michael Schwarzkopf // 2016-06-30 // Zurück zu den aktuellen Berichten

Römerbrief 4,1-12

Tag der Apostel Peter und Paul

Gottesdienst in der Petrikirche am 29.6.2016

Predigt von Propst Michael Schwarzkopf

 

Liebe Schwestern und Brüder!

So friedlich stehen die Apostel Petrus und Paulus vor unserer Kirche! Ein typisches Bild christlicher Harmonie, könnte man denken. Aber wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass Petrus etwas zu Paulus sagt, ihm etwas Wichtiges mitteilen will. Paulus weist als Antwort zum Himmel. Wir wissen, dass Petrus oft kritische Worte fand für die Aktivitäten von Paulus. Sicher ist das kein Grund, Petrus durch einen Zaun von Paulus zu trennen, wie es in den Tagen vor unserem Fest geschah. Aber die Kritik war ernst.

Petrus sagte zu Paulus - Jesus ist zu den Juden gekommen. Jesus will, dass alle Menschen das jüdische Gesetz halten. Du, Paulus, kannst doch nicht sagen, dass der Glaube allein genügt, um im Frieden mit Gott zu leben! Schau dir Abraham an, der sich beschneiden ließ, weil Gott es von ihm forderte. Die Beschneidung ist das Zeichen des jüdischen Bundes mit Gott. Und nur in diesem Bund ist Christus der Retter für alle Menschen.

Paulus geht auf das Beispiel ein: Abraham ist der Vater aller Glaubenden, das stimmt. Er ließ sich beschneiden, auch das stimmt. Aber das war nach dem berühmten Gespräch mit Gott, als Abraham klagte: Du lässt mich ohne Nachkommen sterben. Gott zeigte Abraham die Sterne, um ihm zu sagen, so viele Nachkommen wirst du haben. Abraham glaubte ihm, und Gott sah an diesem Glauben, dass Abraham ein Gerechter war. Die Beschneidung kam erst später.

So wie Abraham können alle Christen aus dem Glauben leben, sagt Paulus. Deshalb sind alle gläubigen Menschen Abrahams Kinder. Sie sind so viele wie die Sterne am Himmel. Deshalb zeigt unser Paulus zum Himmel: Sieh mal, Petrus, so viele gläubige Menschen gibt es - nicht nur Juden und Christen, auch in anderen Religionen gibt es Glauben. Der Himmel ist viel größer als eine einzige Religion, größer als die Petrikirche.  Der Himmel zeigt allen Menschen Gottes Gnade, in Regen und Sonnenschein. Von dieser Gnade sprechen schon die Psalmen, lange bevor Christus auf die Welt kam: Gott vergibt Schuld, bringt uns Menschen immer wieder in seiner Liebe den Himmel nahe.

Gottes Liebe breitet sich wie das Gewölbe des Himmels über die Petrikirche und über die Apostel Petrus und Paulus und ihre theologischen Konflikte, über unsere Gemeinde, über unsere Probleme und unseren Glauben. Und alle können zum Abendmahl kommen, um Gottes Liebe zu erleben. Amen.

Petruszaun